Sonne, Sonne, Sonne und Stimmung
Hoch Hartmut machte das 21. Musikfest in Bad Bramstedt zu einer heißen Sache. Trotz Temperaturen um 37 Grad zogen die mehr als 900 Musiker aus Dänemark, Frankreich, Norwegen, den Niederladen, Schweden und Deutschland das Programm mit 70 Konzerten und dem großen Festumzug durch. "Wir hatten so großartige Unterstützung von der Stadt, dem Bauhof, der Polizei und den Sponsoren, dass alles auch kurzfristigen Änderungen reibungslos geklappt hat", sagte der BTO-Vorsitzende Dr. Malte Noack, der mit Maike Fraikin und Jessica Tonn vom BTO die Hauptverantwortung für alle Abläufe trug.
1500 Liter Wasser hatte das BTO den Musikern wegen der Hitze kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Freiwillige Feuerwehr Bad Bramstedt sorgte für weitere Wasserzapfstellen in der Stadt und mit Wasserspielen auf dem Bleeck für eine willkommene Abkühlung. Mit Fächern, Handventilatoren und Sprühflaschen kämpften Publikum und Musiker gegen die Hitze.
Besonders beliebt waren die Konzerte im klimatisierten Kaisersaal und auf der Osterausinsel, die erstmals zum Konzertplatz wurde. In der Nähe der Osterau und im Schatten der großen Bäume ließ es sich gut aushalten, zumal man sich auch dort mit Getränken und Speisen versorgen konnte. Einige Orchester verlegten am Sonntag ihr Konzert vom Zelt auf den kühleren Rasen unter den Bäumen am Roland.
Die Sanitäter von Lebensretter SH waren an dem Wochenende mit fünf Leuten zur Stelle, wenn es gesundheitliche Probleme gab. Einsatzleiter und Notfallsanitäter Roger Fürst hatte sich mit entsprechendem Material und kurzen Schichten für seine Leute auf die Hitze eingestellt. "Das ist hier ein richtig gutes Teamspiel mit BTO und Feuerwehr, die für Abkühlungsmöglichkeiten sorgt", sagte Roger Fürst, der ausdrücklich den besonnenen Umgang mit Alkohol auf dem Musikfest lobte. Am heißen Samstag hatten die Sanitäter mit 13 Patienten während der 14-Stunden-Schicht weniger Notfälle als bei den hohen Temperaturen prognostiziert.
Auch wenn wegen der großen Hitze deutlich weniger Besucher kamen, war die Stimmung von Freitag bis Sonntag grandios. Der Erste Europäische Jugendorchester hatte eine Woche für das Eröffnungskonzert am Freitagabend geprobt und mit seinem schwedischen Dirigenten Andreas Niskala in kurzer Zeit ein außerordentlich anspruchsvolles Programm erarbeitet. Die jungen Musikerinnen und Musiker im Alter bis 25 Jahren wurden von Publikum frenetisch gefeiert. Auch das BT Orchester unter der Leitung von Timo Hänf begeisterte mit anspruchsvollen Stücken und einem rasanten Xylophon-Solo von Geburtstagskind Maike Fraikin am Freitag und Partymusik wie "Wackelkontakt" und "Sweet Caroline" am Samstagabend im Zelt.
Die Band "Heavy Brass" des Bundespolizeiorchesters Berlin lockte das Publikum mit exquisitem Pop und Funk auf die Osterauinsel. Die Profimusiker waren erstmals dabei und wollen beim nächsten Musikfest auch wieder spielen. Das Tyrolerorkester aus dem dänischen Saeby, Oppsal Janitsjar aus Norwegen und die Tanzband "Funky Tones" aus Iseringhausen brachten das Zelt zum Kochen.
Dass auf die große Musikerfamilie Verlass wurde an dem Wochenende immer wieder deutlich, ein Beispiel: Als BTO-Baritonsaxofonist sein Instrument am Freitag für das Konzert auspackte, war das Saxofon wegen des Defekts an der Überblasklappe nicht spielbereit. Das Europäische Jugendorchester war gerade mit seinem Konzert fertig und der junge Bartionsaxofonist aus dem schwedischen Mjoelby lieh Peter Endrikat sein Instrument aus. Der brauchte nur sein Mundstück aufzustecken und konnte so sein Solo im Konzert spielen.
Malte Noack freut sich, dass die Osterauinsel als neuer Konzertplatz extrem gut angenommen wurde und ist hoch zufrieden mit dem Verlauf des 21. Musikfestest: "Es gab nur positive Rückmeldungen und die Stimmung war extrem ausgelassen."